PLDN
Ergebnisse der Lasernukleotomie (PLDN)
Intradiscale Schmerztherapie mit der nonendoskopischen
perkutanen Laserdiskusdekompression und Nukleotomie
mittels Neodym:YAG-Laser 1064 nm - 8 Jahres Ergebnisse
Auf dem „10. International Congress of the International Musculoskeletal Laser Society (IMLAS)“ 2003 in Luxemburg wurde von den Autoren eine retrospektive Verlaufsstudie über 8 Jahre vorgestellt. Die Studie umfasst 314 Patienten, die von Mai 1993 bis Dezember 1994 behandelt wurden. Dabei betrug die Nachuntersuchungsrate durchschnittlich 90 % bis zur 4 Jahreskontrolle und 71 % bei der 8 Jahreskontrolle. Über den Beobachtungszeitraum sind 24 Patienten entsprechend 8 % verstorben, was mit der Altersstruktur der behandelten Patienten zusammenhängt.
Die guten und sehr guten Ergebnisse betrugen 1 Jahr nach der PLDN 78 % und waren mit 74 % bis zum 4. Jahr nach der PLDN nur leicht rückläufig, ein etwas deutlicherer Rückgang auf 67 % zeigt sich 8 Jahre nach der PLDN, was einer Verschlechterung von 7 % zum 4 Jahresergebnis entspricht und offensichtlich mit der Zunahme degenerativer Wirbelsäulenveränderungen zusammenhängt. Dem entsprechend haben offene Nachoperationen wie Nukleotomien und / oder Fusionen 8 Jahre nach der PLDN zugenommen und waren in 29 Fällen entsprechend 12% der untersuchten Patienten erforderlich.

Die PLDN hat den großen Vorteil, dass es sekundär nicht zu einer Lockerung im Zwischenwirbelraum kommt, im Gegenteil tritt biomechanisch eine nachgewiesene Verfestigung im Segment ein (24, 27, 28).
Die PLDN wird in örtlicher Betäubung und Analgosedierung vorgenommen, das Verfahren kann sowohl stationär als auch ambulant unter Operationssaal-Bedingungen durchgeführt werden.
Die PLDN bietet ein therapeutisches Fenster zwischen der konservativen und der klassischen offen operativen Behandlung. Im Gegensatz zur konventionellen Bandscheibenoperation, wird die Bandscheibe nicht ausgeräumt, sondern das Ziel der PLDN mit dem Neodym:YAG-Laser ist es, Bandscheibengewebe nur minimal zu verdampfen (Vaporisation) und dadurch die Bandscheibe zu erhalten, zu verdichten und letzten Endes zu stabilisieren. Darüber hinaus ist es im Gegensatz zur offenen Nukleotomie und auch im Gegensatz zur mechanischen percutanen automatisierten Nukleotomie mit dem Neodym:YAG-Laser 1064 nm möglich, schmerzvermittelnde Strukturen intradiscal und perianulär (Freemont) auszuschalten.
Der oft als Maßstab für die Wertigkeit perkutaner Verfahren herangezogene Vergleich mit der herkömmlichen Nukleotomie ist für die PLDN nur bedingt zulässig, da es sich hierbei um ein dual wirksames Verfahren handelt. Die percutane Laserdiscusdekompression und Nukleotomie (PLDN) ist einerseits ein funktionelles Therapieverfahren mit Entlastung komprimierter Nervenstrukturen und Verfestigung des Bandscheibengewebes, andererseits auch ein Schmerztherapieverfahren durch Denervierung und Entzündungshemmung in den betroffenen Strukturen.
Die nonendoskopische perkutane Laser-Diskusdekompression und Nukleotomie mit dem Neodym:YAG-Laser 1064 nm hat sich als minimalinvasives Verfahren von hoher Effektivität und großer Akzeptanz bei den Patienten bewährt. Fremdkontrollierte, prospektive randomisierte Studien belegen die Überlegenheit des Neodym:YAG-Lasers 1064 nm gegenüber dem konzeptionell weniger geeigneten Holmium:YAG-Laser (9, 13, 15, 23, 24, 37, 39).
Die Komplikationsdichte der PLDN mit dem Neodym:YAG-Laser 1064 nm liegt in den vorhandenen Studien übereinstimmend unter 1 %. Erfolg und Grad der Patientenzufriedenheit werden von den meisten Anwendern seit über 15 Jahren mit ca. 75% bis 80 % angegeben.
Stefan Stern, Horst Evermann
Auszug aus einer Veröffentlichung im Rahmen des 8. Workshop “Interventionelle Schmerztherapie in Theorie und Praxis” der Medizinischen Universität Innsbruck (Februar 2009), Literatur beim Verfasser.

